Hinterm Horizont gehts weiter…

Mittwoch, 19.08.15

Am Folgetag lacht und die Sonne. Die ganze Crew ist bestens gelaunt: wir, Rasmus, Petrus, der heilige Hartmut…

Der irdische Teil der Crew genießt ein Brötchenfrühstück – die kostenlosen Leihräder des Campingplatzes generieren Umsatz. Die Mahlzeit hat zwar keine 5 Sterne, aber den Luxus unbeschwerter Cockpit-Minuten, den kein Edelschuppen bieten kann. Da stören auch die eher Gefängnis-orientierten Sanitäranlagen nicht so sehr. Es gibt eine Bank für alle Mitinsassen und eine Vierer-Zelle offener Duschen. Modell „Duschkopf-aus-Decke-On-Off-Kärchermodus“. Die Waschbecken sind aus Edelstahl, was ich zum Schütteln finde, weil es mich an Autobahn-WC erinnert. Aber gut, hier geht es um höheres Vergnügen als irdische Hafen-Naßzellen. Weiterlesen

Checkpoint HSC

Schönes Wetter im August und Wiedereinstieg in die Arbeitswelt. Da gibt es andere Dinge zu tun, als Blog schreiben. Hier liefere ich noch einige Eindrücke aus dem August nach:

Montag und Dienstag, 17. – 18.08.15

DMI sagt etwas von 25 Knoten Wind für Montag. Unser Nexus erspinnt sich 10 Knoten. Das Wetter ist etwas durchwachsen. Egal. Wir tun das, was man wunderbar tun kann, wenn keine Kinder an Bord sind…

…Nichts!

Der Montag ist wunderbar. Draußen ist es grau, wir machen blau. Wir streunen ein wenig durch die hübsche Altstadt von Haderslev, schauen uns den Dom an, bummeln durch die Einkaufsstraße. Haderslev hat einige Alternativen für Hafentage zu bieten. Zum Beispiel das Museum, Nachtwächtertour – leider in der Woche – oder den Dammgarten. Weiterlesen

Ausreise

„Ich bin zu dir gekommen, um dir mitzuteilen das heute deine Ausreise aus dem Familienalltag möglich geworden ist.“
(Svenja Neumann, falsch zugeordnete Zitate)

So oder so ähnlich war es am vergangendes Wochenende, als wir uns überlegten, wann wir das nächste mal segeln gehen können. Die Kinder hatten beide Termine und da Svenja ja nun lange genug alleine segeln war, durfte ich auch mal.

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Dalbensucher

Wie ist das nun, knapp zwei Monate nach einhändiger Rückkehr und zwei Wochen nach Wiedereintritt in die Erdathmosphäre? Zum 01.09.15 war Ladungstermin – back to Büro. Mit leicht mulmigen Gefühl, trotz rot-grün betonnter Bürotür, mit der mir meine wohlmeinenden und auch durchaus vermissten Kollegen den Weg zurück ans Festland geebnet haben. Welche Untiefen birgt das Süßwasser (ich arbeite für einen Hersteller von Fruchtsäften und Erfrischungsgetränken)? Ich werde mit offenen Armen empfangen. Aber geht das reibungslos, der Wechsel von Schiff auf Schreibtisch? Weiterlesen

12-Seemeilen-Stiefel

Eine grandiose Zeit liegt hinter mir (und uns). Doch kaum wieder zu Hause meldet sich schon die Sehnsucht nach Meer. Da nun erst einmal familiäre Belange dran sind bzw. das Wetter eigene Wege ging, haben wir die vergangenen Wochenenden in Hamburg verbracht. Und das gibt uns einen Vorgeschmack auf die segelfreie Wintersaison.

Kennt Ihr das? Kaum liegt das Boot hoch und trocken auf dem Lagerbock, muss eine Ersatzbefriedigung her. Wir treten gerade in Phase 1 ein: dem Anhäufen von Segelliteratur, Katalogen, Datenblätter, Messeprospekten und der Lektüre segelverwandter Themen sowie der Internetrecherche nach Segelzubehör. Dies mündet schließlich in Phase 2: dem Erwerb selbiger, um schließlich in Phase 3 glücklich und gefriergetrocknet winterliche Projekte am Boot vorantreiben zu können.

Also trete ich pünktlich zum metereologischen Herbstanfang in Phase 1 ein. Und da ich eine Frau bin, bleibe ich mal bei den klassischen Klischees. Mein erster Off-Season Fund ist ein paar Schuhe. Immerhin unterwerfe ich meine Anschaffungen mittlerweile der Frage: „Kann ich das auch an Bord tragen?“. Also handelt es sich um Bootsschuhe. Die klassischen Docksides in marineblau von Sebago.

Gefunden habe ich diese auf der Seite eines jungen Online-Versenders unter:

http://www.12seemeilen.de/sebago-docksides/

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Flußkreuzfahrt to X-Yacht-Town

Sonntag, 16.08.15

Gestern waren wir unschlüssig, wohin des Weges es gehen soll. Nach Kartenstudium schlug Marc Haderslev vor. In der Tat klingt die Beschreibung im Hafenhandbuch spannend, und da der angesagte  Nordwind eingetroffen ist, können wir den gut 7 Seemeilen ins Landesinnere unter Segeln zurücklegen.

Ich verkünde, heute mal wieder zu skippern und fahre den Ableger. Nach einem Holeschlag in Richtung Årøsund liegen wir auf die beiden Steuerbord Tonnen südöstlich von Linderum an, um möglichst viel Höhe für den Schlag in den Fjord zu gewinnen. Hobo läuft untr Genua und Groß super bei zunächst nur 2-3 Windstärken. Ich übergebe – nur eben kurz – das Ruder an Marc, um den Motorschlitten ordentlich festzumachen – und sollte die Pinne heute nicht mehr anrühren. Soviel zum skippern. Marc hat Spaß und Lust, also möge die Macht mit ihm sein – er hätte sie mir durchaus zurückgegeben. Hier nochmal zu unserem Mann/Frau Ding: Weiterlesen

Aussicht auf Landregen

Samstag, 15.08.15
Gut, die Aussicht kam vor dem Landregen. Glücklicherweise, denn Krantermin mit Regen wäre wirklich doof gewesen. Der nächtliche Gewitterspuk ist vorbei, die Sonne scheint (noch), wo gestern zu viel Wind war, ist heute eher zu wenig. Nur 2 Windstärken aus Nordwest. Für die Krankaktion ist das erst einmal gut. Für die spätere Segeletappe nach Årø läßt das Wetter noch Fragen offen.
Es ist 10:00 Uhr. Die Stegnachbarn stehen mit Bootsmansstuhl Gewehr bei Fuß und wir umrunden das Hafenbecken in Richtung Mastenkran. Der Hafenmeister war schon mal da, wir sahen ihn vorhin dann mit seinem roten Kleinbus wegfahren. Es gibt zwar offizielle „Öffnungszeiten“ – wir bewegen uns gerade außerhalb der Sprechstunde – aber die sind relativ, denn meistens werkelt der Hafenchef irgendwo auf dem Gelände herum, wenn er nicht in seinem Gartensessel sitzt und rauchen wartet. Momentan tut er weder das eine noch das andere. Das Kranen ist also „dänisch c.t.“. Weiterlesen

Ablegen unter Handtuch

Donnerstag, 13.08.15

Gestern ging es für uns von Mommark nach Lyø, anfangs wunderbares Hobo-Segeln mit fast sechs Knoten Fahrt und Nordwestlichen Winden, die uns später sehr zu Marcs Leidwesen verließen. Es fehlte an Geschwindigkeit und Beschäftigung. Aber der Inselhafen war noch recht leer, als wir eintrafen. Dieser Zustand änderte sich im Verlauf des Abends auch hier in Richtung brechend voll. Nun sind wir am Folgemorgen (noch) auf Lyø.  Ungetrübter Himmel in strahleblau. Es ist sommerlich warm. Der Hafen um 09:00 Uhr halb leer. Die Ankerbucht an Backbord des Hafens liegt spiegelglatt und gleissend im Sonnenschein. Das bedeutet zwei Dinge. Weiterlesen

Nachtreffen

Nach einer knappen, sehr schönen Woche auf dem Boot mit der ganzen Familie dürfen wir zum krönenden Abschluss meines Segelsommers noch einmal zu zweit los. Paar-Luxus!

Windfinder und DMI haben vorhergesagt, daß unser Segeltörn mit Schwachwind starten wird. Beziehungsweise der noch vorhandene Wind abnehmen soll. Mit Rauschefahrt schaffen wir das heute angepeilte Ziel Mommark in 6 Stunden. Mit dem angesagten Hauch wird das nichts…wir tun uns trotzdem die Ruhe an und starten erst gegen 10.00 Uhr. Entweder muß der Motor ran oder wir bekommen noch etwas Segelwind. Der erste Teil bis ungefähr Höhe Kegnæs Leuchtturm geht noch unter Segeln – Groß und Genua – aber der Nachmittag schreitet voran und der Wind schläft ein. Also schmeißen wir den Motor an und legen das verbleibende Stück des Weges mit 5 PS zurück. Mommark erscheint voll, aber HOBO wird schon in irgendeine Lücke passen. Marc steuert durch den Hafen, ich halte Ausschau nach einem Platz, als von hinten kommt:

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