12-Seemeilen-Stiefel

Eine grandiose Zeit liegt hinter mir (und uns). Doch kaum wieder zu Hause meldet sich schon die Sehnsucht nach Meer. Da nun erst einmal familiäre Belange dran sind bzw. das Wetter eigene Wege ging, haben wir die vergangenen Wochenenden in Hamburg verbracht. Und das gibt uns einen Vorgeschmack auf die segelfreie Wintersaison.

Kennt Ihr das? Kaum liegt das Boot hoch und trocken auf dem Lagerbock, muss eine Ersatzbefriedigung her. Wir treten gerade in Phase 1 ein: dem Anhäufen von Segelliteratur, Katalogen, Datenblätter, Messeprospekten und der Lektüre segelverwandter Themen sowie der Internetrecherche nach Segelzubehör. Dies mündet schließlich in Phase 2: dem Erwerb selbiger, um schließlich in Phase 3 glücklich und gefriergetrocknet winterliche Projekte am Boot vorantreiben zu können.

Also trete ich pünktlich zum metereologischen Herbstanfang in Phase 1 ein. Und da ich eine Frau bin, bleibe ich mal bei den klassischen Klischees. Mein erster Off-Season Fund ist ein paar Schuhe. Immerhin unterwerfe ich meine Anschaffungen mittlerweile der Frage: „Kann ich das auch an Bord tragen?“. Also handelt es sich um Bootsschuhe. Die klassischen Docksides in marineblau von Sebago.

Gefunden habe ich diese auf der Seite eines jungen Online-Versenders unter:

http://www.12seemeilen.de/sebago-docksides/

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Flußkreuzfahrt to X-Yacht-Town

Sonntag, 16.08.15

Gestern waren wir unschlüssig, wohin des Weges es gehen soll. Nach Kartenstudium schlug Marc Haderslev vor. In der Tat klingt die Beschreibung im Hafenhandbuch spannend, und da der angesagte  Nordwind eingetroffen ist, können wir den gut 7 Seemeilen ins Landesinnere unter Segeln zurücklegen.

Ich verkünde, heute mal wieder zu skippern und fahre den Ableger. Nach einem Holeschlag in Richtung Årøsund liegen wir auf die beiden Steuerbord Tonnen südöstlich von Linderum an, um möglichst viel Höhe für den Schlag in den Fjord zu gewinnen. Hobo läuft untr Genua und Groß super bei zunächst nur 2-3 Windstärken. Ich übergebe – nur eben kurz – das Ruder an Marc, um den Motorschlitten ordentlich festzumachen – und sollte die Pinne heute nicht mehr anrühren. Soviel zum skippern. Marc hat Spaß und Lust, also möge die Macht mit ihm sein – er hätte sie mir durchaus zurückgegeben. Hier nochmal zu unserem Mann/Frau Ding: Weiterlesen

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Aussicht auf Landregen

Samstag, 15.08.15
Gut, die Aussicht kam vor dem Landregen. Glücklicherweise, denn Krantermin mit Regen wäre wirklich doof gewesen. Der nächtliche Gewitterspuk ist vorbei, die Sonne scheint (noch), wo gestern zu viel Wind war, ist heute eher zu wenig. Nur 2 Windstärken aus Nordwest. Für die Krankaktion ist das erst einmal gut. Für die spätere Segeletappe nach Årø läßt das Wetter noch Fragen offen.
Es ist 10:00 Uhr. Die Stegnachbarn stehen mit Bootsmansstuhl Gewehr bei Fuß und wir umrunden das Hafenbecken in Richtung Mastenkran. Der Hafenmeister war schon mal da, wir sahen ihn vorhin dann mit seinem roten Kleinbus wegfahren. Es gibt zwar offizielle „Öffnungszeiten“ – wir bewegen uns gerade außerhalb der Sprechstunde – aber die sind relativ, denn meistens werkelt der Hafenchef irgendwo auf dem Gelände herum, wenn er nicht in seinem Gartensessel sitzt und rauchen wartet. Momentan tut er weder das eine noch das andere. Das Kranen ist also „dänisch c.t.“. Weiterlesen

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Ablegen unter Handtuch

Donnerstag, 13.08.15

Gestern ging es für uns von Mommark nach Lyø, anfangs wunderbares Hobo-Segeln mit fast sechs Knoten Fahrt und Nordwestlichen Winden, die uns später sehr zu Marcs Leidwesen verließen. Es fehlte an Geschwindigkeit und Beschäftigung. Aber der Inselhafen war noch recht leer, als wir eintrafen. Dieser Zustand änderte sich im Verlauf des Abends auch hier in Richtung brechend voll. Nun sind wir am Folgemorgen (noch) auf Lyø.  Ungetrübter Himmel in strahleblau. Es ist sommerlich warm. Der Hafen um 09:00 Uhr halb leer. Die Ankerbucht an Backbord des Hafens liegt spiegelglatt und gleissend im Sonnenschein. Das bedeutet zwei Dinge. Weiterlesen

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Nachtreffen

Nach einer knappen, sehr schönen Woche auf dem Boot mit der ganzen Familie dürfen wir zum krönenden Abschluss meines Segelsommers noch einmal zu zweit los. Paar-Luxus!

Windfinder und DMI haben vorhergesagt, daß unser Segeltörn mit Schwachwind starten wird. Beziehungsweise der noch vorhandene Wind abnehmen soll. Mit Rauschefahrt schaffen wir das heute angepeilte Ziel Mommark in 6 Stunden. Mit dem angesagten Hauch wird das nichts…wir tun uns trotzdem die Ruhe an und starten erst gegen 10.00 Uhr. Entweder muß der Motor ran oder wir bekommen noch etwas Segelwind. Der erste Teil bis ungefähr Höhe Kegnæs Leuchtturm geht noch unter Segeln – Groß und Genua – aber der Nachmittag schreitet voran und der Wind schläft ein. Also schmeißen wir den Motor an und legen das verbleibende Stück des Weges mit 5 PS zurück. Mommark erscheint voll, aber HOBO wird schon in irgendeine Lücke passen. Marc steuert durch den Hafen, ich halte Ausschau nach einem Platz, als von hinten kommt:

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Schrecklich schön!

Tag 40, Mittwoch 15.07.15

Heute werde ich also nach 38 Tagen auf meiner kleinen schwimmenden Abenteuerinsel unwiderruflich das braune Plexiglasschott hinter mir abschließen und zu meiner Familie nach Hamburg zurückkehren.
Der Akt des Abschließens an sich ist ungewohnt, denn in Dänemark habe ich das höchst selten getan. Irgendwie schien mir da aucb kein Bedarf, und es ist auch nichts weggekommen. Allerdings berichteten mir Dänen von organisierten (ausländischen…?) Banden, die Boote ausräumen und ganze Heckspiegel mitsamt Außenbordern abschneiden – aber oft waren die Häfen so überschaubar und verträumt, daß jede Form von Kriminalität weit weg schien. „Dänen klauen anders.“ Sagte mir mal einer. Weiterlesen

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Zwischen den Welten

Tag 39, Dienstag 14.07.15

Nun bin ich also wieder da, obwohl ich noch nicht so richtig da bin.

Karen und ich haben gestern nicht mehr rechtzeitig die Kurve zum Minimarkt am Campingplatz Bockholmwik gekriegt, um Brötchen zu bestellen. Unser Brot ist alle. Aber bekanntlich schmeckt die Wurst in der Not auch ohne Unterlage. Die reicht meine Mutter in Form von Brötchen nach, und da wir ohnehin noch einmal lange geschlafen und dann mit Tee im sonnigen Cockpit gesessen haben, währt die Sorge um Grundnahrungsmittel nicht allzu lange. Weiterlesen

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Home Run

Tag 38, Montag 13.07.14

Das frühe Aufstehen vorgestern gepaart mit den gestrigen 33 sm und dem royalen Steakburger lassen und friedlich, tief und vor allem lange bis nach 10:00 Uhr schlafen. Das Wetter ist sonnig, es wehen lauschige 8 Knoten Wind aus Westsüdwest und es besteht kein Grund zur Eile. Die heutige Etappe ist mein Home Run. „Ungekreuzt“ ist das mit Hobo ein Haustörn von 2,5 bis 3 Stunde  Dauer. Heute geht es „gegenan“, was angesichts des milden Wetters eine zu dramatische Wortwahl scheint, aber wir werden eben länger brauchen. Weiterlesen

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Pomp and Circumstance

Tag 37, Sonntag 12.07.15

Ich habe noch einmal Großes vor, nämlich den Sprung in die Dyvig, um am Montag über den Alssund nach Sønderborg und damit ins Heimatrevier Flensburger Förde zu segeln. Wir machen uns entsprechend früh startklar und kommen dabei ins Gespräch mit den zwei Holländerinnen, die gestern abend noch gegenüber festgemacht haben. Beide sind vielleicht Ende 50, mit der Friendship 26 der einen Seglerin unterwegs und ziemlich abgeklärt. Weiterlesen

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