Aussicht auf Landregen

Samstag, 15.08.15
Gut, die Aussicht kam vor dem Landregen. Glücklicherweise, denn Krantermin mit Regen wäre wirklich doof gewesen. Der nächtliche Gewitterspuk ist vorbei, die Sonne scheint (noch), wo gestern zu viel Wind war, ist heute eher zu wenig. Nur 2 Windstärken aus Nordwest. Für die Krankaktion ist das erst einmal gut. Für die spätere Segeletappe nach Årø läßt das Wetter noch Fragen offen.
Es ist 10:00 Uhr. Die Stegnachbarn stehen mit Bootsmansstuhl Gewehr bei Fuß und wir umrunden das Hafenbecken in Richtung Mastenkran. Der Hafenmeister war schon mal da, wir sahen ihn vorhin dann mit seinem roten Kleinbus wegfahren. Es gibt zwar offizielle „Öffnungszeiten“ – wir bewegen uns gerade außerhalb der Sprechstunde – aber die sind relativ, denn meistens werkelt der Hafenchef irgendwo auf dem Gelände herum, wenn er nicht in seinem Gartensessel sitzt und rauchen wartet. Momentan tut er weder das eine noch das andere. Das Kranen ist also „dänisch c.t.“. Weiterlesen

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Ablegen unter Handtuch

Donnerstag, 13.08.15

Gestern ging es für uns von Mommark nach Lyø, anfangs wunderbares Hobo-Segeln mit fast sechs Knoten Fahrt und Nordwestlichen Winden, die uns später sehr zu Marcs Leidwesen verließen. Es fehlte an Geschwindigkeit und Beschäftigung. Aber der Inselhafen war noch recht leer, als wir eintrafen. Dieser Zustand änderte sich im Verlauf des Abends auch hier in Richtung brechend voll. Nun sind wir am Folgemorgen (noch) auf Lyø.  Ungetrübter Himmel in strahleblau. Es ist sommerlich warm. Der Hafen um 09:00 Uhr halb leer. Die Ankerbucht an Backbord des Hafens liegt spiegelglatt und gleissend im Sonnenschein. Das bedeutet zwei Dinge. Weiterlesen

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Nachtreffen

Nach einer knappen, sehr schönen Woche auf dem Boot mit der ganzen Familie dürfen wir zum krönenden Abschluss meines Segelsommers noch einmal zu zweit los. Paar-Luxus!

Windfinder und DMI haben vorhergesagt, daß unser Segeltörn mit Schwachwind starten wird. Beziehungsweise der noch vorhandene Wind abnehmen soll. Mit Rauschefahrt schaffen wir das heute angepeilte Ziel Mommark in 6 Stunden. Mit dem angesagten Hauch wird das nichts…wir tun uns trotzdem die Ruhe an und starten erst gegen 10.00 Uhr. Entweder muß der Motor ran oder wir bekommen noch etwas Segelwind. Der erste Teil bis ungefähr Höhe Kegnæs Leuchtturm geht noch unter Segeln – Groß und Genua – aber der Nachmittag schreitet voran und der Wind schläft ein. Also schmeißen wir den Motor an und legen das verbleibende Stück des Weges mit 5 PS zurück. Mommark erscheint voll, aber HOBO wird schon in irgendeine Lücke passen. Marc steuert durch den Hafen, ich halte Ausschau nach einem Platz, als von hinten kommt:

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Schrecklich schön!

Tag 40, Mittwoch 15.07.15

Heute werde ich also nach 38 Tagen auf meiner kleinen schwimmenden Abenteuerinsel unwiderruflich das braune Plexiglasschott hinter mir abschließen und zu meiner Familie nach Hamburg zurückkehren.
Der Akt des Abschließens an sich ist ungewohnt, denn in Dänemark habe ich das höchst selten getan. Irgendwie schien mir da aucb kein Bedarf, und es ist auch nichts weggekommen. Allerdings berichteten mir Dänen von organisierten (ausländischen…?) Banden, die Boote ausräumen und ganze Heckspiegel mitsamt Außenbordern abschneiden – aber oft waren die Häfen so überschaubar und verträumt, daß jede Form von Kriminalität weit weg schien. „Dänen klauen anders.“ Sagte mir mal einer. Weiterlesen

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Zwischen den Welten

Tag 39, Dienstag 14.07.15

Nun bin ich also wieder da, obwohl ich noch nicht so richtig da bin.

Karen und ich haben gestern nicht mehr rechtzeitig die Kurve zum Minimarkt am Campingplatz Bockholmwik gekriegt, um Brötchen zu bestellen. Unser Brot ist alle. Aber bekanntlich schmeckt die Wurst in der Not auch ohne Unterlage. Die reicht meine Mutter in Form von Brötchen nach, und da wir ohnehin noch einmal lange geschlafen und dann mit Tee im sonnigen Cockpit gesessen haben, währt die Sorge um Grundnahrungsmittel nicht allzu lange. Weiterlesen

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Home Run

Tag 38, Montag 13.07.14

Das frühe Aufstehen vorgestern gepaart mit den gestrigen 33 sm und dem royalen Steakburger lassen und friedlich, tief und vor allem lange bis nach 10:00 Uhr schlafen. Das Wetter ist sonnig, es wehen lauschige 8 Knoten Wind aus Westsüdwest und es besteht kein Grund zur Eile. Die heutige Etappe ist mein Home Run. „Ungekreuzt“ ist das mit Hobo ein Haustörn von 2,5 bis 3 Stunde  Dauer. Heute geht es „gegenan“, was angesichts des milden Wetters eine zu dramatische Wortwahl scheint, aber wir werden eben länger brauchen. Weiterlesen

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Pomp and Circumstance

Tag 37, Sonntag 12.07.15

Ich habe noch einmal Großes vor, nämlich den Sprung in die Dyvig, um am Montag über den Alssund nach Sønderborg und damit ins Heimatrevier Flensburger Förde zu segeln. Wir machen uns entsprechend früh startklar und kommen dabei ins Gespräch mit den zwei Holländerinnen, die gestern abend noch gegenüber festgemacht haben. Beide sind vielleicht Ende 50, mit der Friendship 26 der einen Seglerin unterwegs und ziemlich abgeklärt. Weiterlesen

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Very British

Tag 36, Samstag 11.07.15

Heute will ich Karen treffen, die von London nach Billund einfliegt und netterweise von meiner Mutter auf Zuruf irgendwo an die Küste gebracht wird. Irgendwo ist nach aktueller Windlage Fynshav, was für mich einen frühen Pyjamastart bedeutet, denn der Weg ist etwas weiter, der Wind weht aus der Richtung, in die ich will und wird im Übrigen im Verlauf des Vormittags einschlafen. Rasmus ist müde beziehungsweise: er treibt wieder seinen Schabernack. Oder mit Bernis Worten: „Wer Zeit hat, hat den richtigen Wind“. Im Prinzip habe ich Zeit, denn die beiden warten auf mich. Was bleibt ihnen auch sonst über. Zur Not könnte ich auch immer noch Søby anlaufen, und Karen käme mit der Fähre rüber. Karen ist da very british tiefenentspannt. Aber mein Søby-Pensum ist voll, ich möchte gerne Richtung Alsen zurück. Weiterlesen

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Boa Viagem!

Tag 35, Freitag 10.07.15

Der Wetterbericht soll recht behalten. Am morgen bläst es noch immer mit mehr als 20 Knoten aus Nordwest. Ich bin für das Frühstück auf der Qualle abgemeldet, dann abr doch gegen 8:30 Uhr wach, so daß ich mein Schönheitsköffrchen packe, im Verkehrshafen zum Duschen gehe und gleichauf mit der Qualle-Familie dem lokalen Schönheitsalon entsteige. Heute war Haarewaschtag. Ich bin voll durchgestyled (will heißen Hare einmal durchrubbeln und dan lufttrocknen lassen). Das Leben kann so einfach sein. Also laufe ich doch pünktlich zum Frühstück im Salon der Qualle auf, wo ich bereitwillig mitgefüttert werde. So macht eingeweht werden Spaß. Die Truppe hatte meine vorläufige Verabschiedung am Vorabend ohnehin nicht für voll genommen. Weiterlesen

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