Schlingerkurs

Tag 6, Donnerstag, 11.06.15

An diesem Morgen bin nur ich es, die verschlafen aus dem Niedergang blinzelt. Uwe mag das zwar auch getan haben, aber sicher um einiges früher. Er ist offensichtlich seeklar.

„Schätzelein!“ – „Uwe!“

Die Verabschiedung ist herzlich, wir sind uns einig, dass unser auf-Heckklampe-fast-Längsseitsliegen ein würdiger Auftakt für unsere Törns gewesen ist. Für meinen Teil muss sich der nächste Längsseitslieger da erstmal mächtig reinhängen (in die Heckklampe 😉). Vom Bad kommend sehe ich die Avanti davonsegeln. Weiterlesen

Sol over Mommark

Tag 5, Mittwoch, 10.06.16

Nachdem wir der Vorabend bei Uwe im Cockpit haben ausklingen lassen, blinzeln wir einander morgens aus unseren Niedergängen an. Uwe wirkt schon deutlich aktiver als ich, entscheidet sich aber nach einem einem Müsli-Frühstück bei mir im Cockpit für einen Hafentag. Aufgrund des kaum vorhandenen Ostwindes verwirft er seinen Plan, über Middelfart ins Kattegat zu segeln; statt dessen wird er über den großen Belt gehen. Der Gedanke, daß mit classe mini Booten nicht nur das Kattegat, sondern auch der Atlantik überquert wird erfüllt mich mit Ehrfurcht. Weiterlesen

Der perfekte Tag

Tag 4, Dienstag, 09.06.15

Sonne über Sonderburg. Ein laues Lüftchen. Ich schlafe aus, gehe laufen, frühstücke gemütlich.

Esrt um 12 Uhr starte ich und lasse mich gemächlich aus der Förder heraustreiben. Mehr als 3 Knoten Fahrt sind nicht drin, schon in der Sonderburg Bucht tausche ich Fock gegen Genua und Softshell gegen T-Shirt und kurze Hose. So soll das sein.  Weiterlesen

Keep calm and visit Denmark

Suchbild: Hobo neben den Großen in Sonderburg

Suchbild: Hobo neben den Großen in Sonderburg

 

Mein Wetterdienst hat mir gesagt, dass der Wind zum Nachmittag wieder auffrischen soll, daher schlüpfe ich früh aus den Federn (und nun ist sie doch da, die Aufregung), schlafen kann ich nicht mehr und mache mich um 06.00 auf den Weg zur Dusche. Der Kuckuck im angrenzenden Wald liefert die Untermalung. Es weht ein leichter Wind, die Sonne strahlt. Über Frühstück und Segelfertig machen vergeht die Zeit. Es ist Punkt 08.00 – ich schmeiße gerade den Motor an, da schaltet Petrus den Regler auf 10 Knoten  Wind hoch. Ok, guter Segelwind, aber hoffentlich dreht er nicht kurzfristig wieder weiter bis auf 20 Knoten wie am Wochenende!
Weiterlesen

Abschied auf Raten

Das Abschiedskommitee reist an

Das Abschiedskommitee reist an

Tag 0 – 2, das Wochenende vom 05.06.15, Bockholmwik

Wenn der Ort so heißt wie die einzige Straße, diese nach einem letzten Anwesen auf einer Kuhweide endet und die Telefonnummern dreistellig sind, dann hat mich sich entweder mächtig verfahren oder wollte genau dorthin. Bockholmwik ist so ein Ort, und mein Starthafen. Weiterlesen

Rettungsmittel

Tag -1: Donnerstag, 04.06.2015 – WENTORF

 

Segel- und Sicherheitstechnisch war HOBO bereits hinreichend ausgerüstet. Da nun mein Aufbruch unmittelbar vor der Tür steht, haben sich Nachbarn und Freunde dennoch grundlegende Gedanken dazu gemacht und die Ausrüstung um zwei wichtige Rettungsmittel ergänzt:

...und Alkohol - Sanitäter in der Not

…und Alkohol – Sanitäter in der Not

Weiterlesen

Der „Cast“

Plan B geht natürlich nur mit einer tollen Crew an Land, die das Vorhaben in irgendeiner Form unterstützt bzw. für Inspiration sorgt. Sei es nun gewollt oder ungewollt. Hier die wichtigsten Menschen und „Inspirationsquellen“ – gleichzeitig eine kleine Chronologie…

 

Meine beste Freundin Wiebke – bekam zum Geburtstag 2013 einen Gutschein über ein Yachtsegel-Wochenende. Das brachte mich auf die Idee, einige Überstundentage zu „versegeln“…

 

…nämlich auf dem Stagsegelschoner Qualle aus Wismar. Eigner Bernhard „Berni“ Tews – und seine Crew tun das was sie tun mit ganzem Herzen und rauhem Seeräubercharme. Infektionsgefahr! Geht selber hin und segelt mit – www.schoner-qualle.com. Ich freue mich darauf, die Qualle in der Südsee zu treffen.

 

Petra und Steffen – HOBOs Vorbesitzer, die ihn nicht irgendjemandem verkaufen wollten 🙂 Aber uns. Danke! Die beiden haben Ihr neues Boot an der Schlei liegen und wir haben seither sehr netten Kontakt.

 

Natürlich mein lieber Mann Marc – der sich von meiner Euphorie hat anstecken lassen und diese in Form eines Anforderungsprofils an ein Boot kanalisiert hat. Heraus kam eben HOBO. Außerdem hält er zu Hause die Stellung, denn sonst ließen Schule und eben Alltag es gar nicht zu, 5 Wochen das Blaue zu suchen. Danke, Danke, Danke!

 

Unsere Tochter Janne (8) und Sohn Tim (6) – die beiden Piraten hatten keine Wahl und werden es prima verknusen, dass Mama in See sticht.

 

Meine beiden Mamas: Die „echte“ (Heidrun) und die „ehrenhalber“ (Mavis). Als Inspiration kam von Mavis prompt ein englischer Zeitungsartikel über ein Ehepaar, das 3 Wochen das neue Boot einsegeln wollten und erst 16 Jahre später zurückkam. Kann man sich in der Südsee versegeln? Und nach 16 Jahren wieder auftauchen? Wäre das eine Ausrede für Familie und Arbeitgeber?

 

Mein Vater „der heilige Hartmut“ – war Marineoffizier. Das hat geprägt. Tochter will Meer! Ich hoffe, er wird von seiner Wolke 7 meine Geschicke wohlwollend lenken.

 

Mein Bruder Sven – der genauso bescheuert wie wir war und sich kurzerhand ebenfalls ein Boot gekauft hat. Komm mich mal besuchen!

 

Arbeitgeber PepsiCo und meine beiden Chefes Andreas und Peter – die die Kröte wohlwollend geschluckt haben und letztich die Auszeit genehmigt haben. Trotz eine ausstehenden Projekts, das wir gemeinsam noch irgendwie (fast) zum Abschluss gebracht haben. Und Büro-Mitinsassin Stefanie, die alle Höhen und Tiefen der Vorbereitung mit mir durchltten hat. Auch hier Danke!

 

Und schließlich Leon Schulz, der mit dem Buch „Sabattical auf See“ die Idee geliefert hat; sowie Claus Aktoprak – „The Sailing Bassman“, der seinen persönlichen Soundtrack zum Einhandsegeln dieser Tage veröffentlichen wird.

…und nun geht es tatsächlich los! lest weiter im nächsten Beitrag!

Plan B

Es wurde bereits moniert, dass auf unserem Blog nichts über meine großen Pläne zu lesen sei. Das müsse sich ändern. So sei es! Hier also zunächst einige einführende Worte zu meinem Vorhaben:

 

Plan B steht für die Idee, 5 Wochen einhand durch die Dänische Südsee zu segeln. Schwimmender Untersatz ist HOBO, unsere kleine Dehlya 22, die mich sicher zuverlässig von A nach – genau! – „B“ bringen wird.

 

Plan B nenne ich das Projekt nicht weil Plan A wie Alltag gescheitert ist. Der Alltag mit Arbeit und noch recht kleinen Kindern nimmt natürlich viel Raum ein und schürt durchaus die Sehnsucht nach anderen Abenteuern als Kindererziehung. Aber es ist auch die Lust am Segeln und die Herausforderung, es alleine zu schaffen, die mich reizt. Das „B“ steht hierbei für unseren Heimathafen Bockholmwik an der Flensburger Förde und das kleine Eiland Birkholm östlich der Insel Aerö. Dort entstand das Foto in HOBOs Verkaufsexpose. Da will ich hin. Symbolisch. Ob es auch Bogense oder Bagenkop werden, wird das Wetter entscheiden. Keine Verpflichtungen. Nur Plan B. 5 Wochen lang.

Ruf! Mich! An!

„Schatz, wir haben ein Rufzeichen!“ Die Bundesnetzagentur  schätzt sich übergluecklich, uns gegen Entrichtung eines geringen Unkostenbeitrags in den erlauchten Kreis der Kanalarbeiter aufzunehmen. Neben einem Augenzwinkern (die erlaubte Zuladung fuer 22 Fuß ist bald erreicht) gibt diese Anschaffung ein wenig gefühlte und im Falle des Falles hoffentlich auch objektive Sicherheit. Wobei ich das Ende der Stille auch etwas schade finde – aber die Stimmen aus dem Off haben ja zuweilen Unterhaltungswert.

Nun ist HOBO also Delta-Delta-acht-vier-acht-null.
Nächste heilige Handlung wird das Programmieren der MMSI sein.

Und was kommt dann?
Kann nur ein größeres Boot sein – wegen erwähnter Zuladung.

Oder vielleicht ein Satellitentelefon?!?

Folgendes begab sich bei der Ausbildung zum Funkschein:
Unser Ausbilder, Kapitän auf grosser Fahrt, registriert die Fakten „Einhand“, „22 Fuß“, „Handfunke“ und „Südsee“. Gegen Ende des ersten Tages rät er zur Miete eines Satellitentelefons für meinen Einhandtörn. Ich werde stutzig. Das Stichwort „Dänische“ ist ihm entgangen. Hinter seinem Pokerface hat er sich einen halben Tag lang Gedanken gemacht, wie Frau mit Kleinkreuzer es schaffen will, heil über den Atlantik zu kommen. Grosses Gelächter auf beiden Seiten.

Oder: LOL and OUT