Das Meer ist rosa

Draußen ist es stockdunkel. Hafenlichter blitzen durch das schwarze Salonfenster. Gerade legt die vorletzte Hafenfähre des Tages wenige Meter vom Liegeplatz der HAMBURG EXPRESS in Hamburg-Finkenwerder an und schüttelt das Innenleben der 14 Meter langen Ausbildungsyacht gepflegt durcheinander.

Es ist 22:55, unser Boot ist seit zehn Minuten fest. Ich bin gerade dabei, eine 0,5 Liter-Dose Astra zu vernichten. Unser Anlegebier. Bis zu meiner Fähre um 23:15 – der letzen des Tages – muss das Riesending leer sein. Ich bin schon nach der halben Dose breit. Die Ausbildung der letzen sechs Tage zum SportSeeSchifferschein und die heutige Prüfung zum SSS waren anstrengend, intensiv und schlafarm, und gegessen habe ich heute auch nicht viel. Weiterlesen

Bootszubehör „for girls only“ – SVB lädt zum Blick hinter die Kulissen nach Bremen

Der Termin

Meet & Greet bei SVB Spezialversand für Yacht-und Bootszubehör

Gelsenkirchener Str. 25-27, 28199 Bremen

Freitag, 20.04.2017 von 13.00 – 17.00, danach Zeit im Laden

Die Teilnehmerinnen

Mindestens 10, höchstens 20 Frauen.

Zusagen erbeten via Veranstaltungshinweis „SVB hinter den Kulissen – Meet & Greet in Bremen“  in der FB Gruppe „Segelnde Frauen unter sich“, bei freien Plätzen auch von ausserhalb der Gruppe.

Anmeldung möglichst bis 15.03.2018.

Koordinatorin

Svenja Neumann. Bei Fragen bitte PN via Facebook oder über die Kommentarfunktion unten.

Das Programm

Eine SVB Anzeige in einem Segelmagazin lieferte einigen Seglerinnen Diskussionsstoff für die Frage, ob Frauen als Zielgruppe im Wassersport adäquat wahrgenommen und angesprochen werden. Auf einen entsprechenden Kommentar auf der Facebook-Seite des Unternehmens reagierte SVB prompt und souverän mit einer Einladung nach Bremen.

Das Ergebnis: eine Veranstaltung von einer SVB Frau für uns Seglerinnen.

Und schon im Vorfeld ist klar: es wird nicht um die Ölzeugfarbe sondern um handfeste technische Themen wie z.B. Ersatzteilbeschaffung gehen. Aber auch der stetige Wandel des Unternehmens, die immer internationaleren Ausrichtung des Bremer Betriebes und seiner Marketingstrategien werden Thema sein. Naja, und wer Schuhe shoppen möchte, kann das im Anschluss im Laden tun. Ich könnte ein neues Paar Segelstiefel gebrauchen…

Der geplante Programmablauf 

Durch das Programm leitet uns Judith Stamann, Tochter des Firmengründers Thomas Stamann. Wie auch ihr Bruder gestaltet Sie das Unternehmen nun als zweite Generation mit. Judith zeigt uns die junge, internationale (und durchaus auch weibliche) Seite von SVB.

  • Begrüßung, Einführung, kurze Firmenvorstellung durch Judith Stamann
  • Tour durch die Firma mit den Stationen
    • Logistik + Warenlager
    • Retourenabteilung + Qualitätsmanagement
    • IT
    • Internationaler Verkauf
    • Deutscher Verkauf
    • Wartungsstation
    • Holz- und Drahtseilanfertigung + Fräsarbeiten
    • Einkauf, Produktmanagement + Marketing)
  • Tieferer Einblick an einzelnen Stationen
    • Wartung + Anfertigung
    • Homepage + Katalogproduktion
    • Produktmanagement
    • Marketing Workshop: Seglerinnen im Wassersport – verbunden mit einem Austausch mit unserer Boutique Managerin Kerstin Friske, die in 2016/2017 ein Jahr Auszeit von Ihrem Job bei uns genommen hat, um zusammen mit einem Bekannten den Atlantik mit einer Pogo 10.50 zu überqueren
    • Zeit im SVB Ladengeschäft

Hinweise zum formalen Rahmen 

  • Die Teilnahme ist kostenlos
  • Der Besuch der Veranstaltung erfolgt auf privates Risiko und Kosten
  • Die Veranstaltung erfolgt auf Einladung von SVB. Ich (Svenja Neumann) bin lediglich Koordinatorin für Terminplanung, Programm und Teilnehmerliste zwischen Gruppe und SVB und übernehme keine Verantwortung für Programmänderungen oder Schäden, die ggf. im Rahmen der Veranstaltung auftreten
  • Alle Angaben zur Veranstaltung erfolgen in Absprache mit SVB (Judith Stamann) nach bestem gegenseitigem Wissen – die Gestaltung des Programms erfolgt durch SVB

Foto/Film

  • Während der Veranstaltung werden zum Zwecke der Berichterstattung z.B. in Sozialen Netzwerken oder anderen Medien ggf. Fotos/Filme gemacht
  • Hierauf werden wir auf der Veranstaltung erneut hinweisen. Bitte meldet Euch ausdrücklich, wenn Ihr NICHT aufgenommen werden/in den Medien präsent sein wollt

Svenja Neumann, Stand 20.02.2018

START BOATING. Bootssport „ersteinmal ausprobieren“ – aber wo?

Bildquelle: www.start-boating.de

Im Rahmen der boot 2018 in Düsseldorf stehe ich an den vier ersten Messetagen auf der Bühne von START BOATING.

Die Initiative des Branchenverbandes Wassersport bietet Neueinsteigern in den Bootssport auf der Messebühne in Halle 10 A59 neben einem Motorbootsimulator Vorträge mit praktischen Infos rund um Themen wie Führerschein, Ausrüstung und Versicherungen.

Und da es im Januar noch etwas ungemütlich ist für Probefahrten – die bietet Start Boating später im Jahr auf einer Tournee durch Deutschland an – komme ich ins Spiel.

Ich hole ein bisschen Sommer auf die Bühne und erzähle meiner Sicht auf unsere ersten vier Segelsommer – zum Beispiel davon:

  • Welche Möglichkeiten es gibt, kostengünstig in den Bootssport hineinzuschnuppern
  • Wie viel Ausbildung mir sinnvoll scheint
  • Welche Erfahrungen wir beim Bootskauf gemacht haben
  • Was Bootsunterhalt und Ausrüstung kosten
  • Ob Segeln mit Familie schrecklich schön oder schön schrecklich ist…

Und natürlich gibt es Bilder, die Lust machen – und Anekdoten, die Spaß machen.

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boot 2018 – Düsseldorf ÆRØDYNAMISCH

An sich war das ja alles nicht wirklich geplant.

Nichts von alledem, was in maritimer Hinsicht in den letzten vier Sommern vor sich ging, war je wirklich geplant. Man könnte auch sagen: mit planerischer Navigation hatte das alles wenig zu tun!

Weder der Bootskauf unser DEHLYA 22 „HOBO“ Anfang 2014.

Noch meine Einhandreise im Sommer 2015.

Auch nicht unser zweites Boot 2016, die Friendship 28 „HOBOzwo“.

Die sechs Wochen Familiensegeln 2017 waren auch so ein Spontaneinfall.

Es war also nie geplant ein Buch zu schreiben, bis Hinnerk Weiler, Bastian Hauck und Christian Irrgang die Idee hatten, ihren Ostseestammtisch zur Hanseboot 2016 mit einem Autoren-Speed-Dating anzureichern.

Und nun ist das Buch zu meiner Einhandreise da.

Aus dem dreiseitigen Ostseestammtisch-Exposé sind über zweihundert Seiten geworden.

Zur boot 2018 erscheint „ÆRØDYNAMISCH – mein Segelsommer in der dänischen Südsee“ im Delius Klasing Verlag. Aus meinen kurzen Blog-Berichten ist eine ganze Geschichte geworden.

Auf der boot trefft Ihr mich vor Ort:

Auf der START BOATING Bühne Halle 10 A59
Vortrag: „Von 0 auf 100 in drei Segelsommern. Wie die Familie aufs Boot kam“
Samstag, 20.01.18 um 15.45 Uhr
Sonntag, 21.01.18 um 12.00 Uhr
Montag, 22.01.18 um 16.00 Uhr
Dienstag, 23.01.18 um 15.45 Uhr

Am Delius Klasing Stand Hallle 11 F41
Das „Meet & Greet“ zum Buch
Sonntag, 21.01.18 von 13.00-14:00

Am YACHT Stand Halle 16
Vortrag: „Mein Einhand-Sommer in der dänischen Südsee“
Freitag, 26.01.18 um 14.00

Viel Spaß beim Lesen!

Ihr könnt das Buch bei mir bestellen oder im Handel kaufen.

ÆRØDYNAMISCH – Delius Klasing Verlag – ISBN 978-3-667-11273-6 – 22,90 EUR

Der lächelnde Schweinswal. Oder: SönkemitU.

Pfingsten 2017

Ob Rasmus zum Jahreswechsel nachdenklich am Meeresgrund sass, gute Vorsätze im Sinn? Nach dem Motto: „Diesen einen Wintersturm noch, und dann mache ich nur noch Backstagbrisen-Wetter…!“

Ich weiss es nicht. Tatsache ist, dass er schon kurz nach Saisonbeginn in die bekannten grobmotorischen Verhaltensmuster zurückgefallen ist. Er haut zwei Koten Wind raus. Oder Zwanzig. Im unteren Windbereich klafft eine Lücke. In Sachen Beaufort-Feinjustierung hat der Gute noch Potential.

Aber Spaß ist bekanntlich, wenn man trotzdem über Flauteschieben und Hafentage lacht. Weiterlesen

Gute Nacht, Rilke!

Sonntag, 18.09.16

Altweibersommer in Hamburg. Wobei Altweibersommer es eigentlich nicht trifft. Soviel Gold und Glitzer am Himmel – das ist mehr eine groß inszenierte Ladies-Only-Golden-Ager Tagung denn ein schnödes Stück Restsommer. Petrus haut alles raus, was sich noch an unverbrauchtem Sommerwetter hinten im Schrank angefunden hat. Sommerschlussverkauf.

Uns zieht es zum Boot. Dort sind Menschen und Wetter meist angenehm schnörkellos. Doch als wir in kurzen Hosen dem Auto entsteigen, ist es in Sønderborg kaum kälter als in Hamburg. Auch hier glänzt die Abendsonne eben noch über Hafen und Strand.

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Morgen ist Berufsschule

Freitag, 03.06.2016

Kürzlich fliegt eine kurze Notiz von Bord des Stagsegelschoners QUALLE (www.schoner-qualle.com) in meine Inbox. Das erinnert mich daran, dass mich der bürokratische Aufwand des Kojencharter-Segelns sehr beeindruckt hat. Denn vor blaue See und Barcardi-Feeling bei Backstagbrise hat der Amtsschimmel allerlei Auflagen gestellt. Und eine sehr motivierte Exekutive.

Hier eine kleine Begebenheit der Backstagbrisen-Bürokratie.

„Ich habe alles mit den Behörden perfekt erledigt. Jetzt haben wir auch noch Marine Labor Convention Abnahme = erstklassiger Arbeitsplatz auf See. Nur ein Bügeleisen fehlt für die Angestellten. Kindersegeln in Kiel mit Polizeikontrolle. Wir Deutschen Flaggen bekommen immer das volle Programm.“

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Børn Om Bord

Juni 2016

Ist das Boot etwa schon seit März im Wasser? Die Zeit fliegt! Mit Ihr auch alles andere – seit März gab es einen Betriebsübergang meines Arbeitgebers, eine Traditionsseglertörn, meine Ernennung zur ehrenamtlichen Mitschreiberin bei www.segelnblogs.de und natürlich Wochenenden auf HOBOzwo. Die Tage müssten sich proportional zur Bootsgröße verhalten. Pro Fuß eine Stunde = 28 Stunden am Tag :-).

Also, die See ruht auf keinen Fall still, und HOBOzwo schwimmt nicht nur sondern macht auch Spaß. Wir haben uns sortiert, werden so sachte warm miteinander und nun gilt es – das erste Einhand Wochenende steht bevor.

Besser: es steht mir bevor. Denn ich habe Hilfe von meinen Kindern. Oder Handicap. Je nachdem, wie man es nimmt. Börn Om Bord – Kinder an Bord, wie eine Kampagne der Dansk Sejlunion wirbt. Damit werden Familiencrews angesprochen. Ich habe die Flagge leider nicht, bin aber ja auch irgendwie Familiencrew…

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Abwrackprämie

„Aha. Seid Ihr sicher?!?“ Der Kommentar meines Schwiegervaters zum Kauf eines größeren, will heißen: Familienbootes gerät nordisch-ökonomisch und wohlwollend-ironisch. Ja, klar, wir sind sicher. Ungefähr so sicher wie unsere Rente, die da wohlmöglich und ungefähr im Jahr 2040 eintritt.

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Zeitlupenraffer

Gestatten: Svenja Carmen Lise Lotta Viktualia Rollgardina Pfefferminz Hartmutstochter Schwertfisch, erste Südseekapitänin der Welt. Es ist Anfang Juni 2015 und ich weiß noch nichts von meiner neuen Identität.

Heute morgen habe ich meine sieben Sachen in der Backkiste verstaut und die Leinen meiner kleinen segelnden nicht-ganz-sieben-Meter Behausung losgeworfen. Vor mir: nachtblau, smaragdgrün, bleigrau, schneeweiß, rotviolett – die unendliche Farbskala des Meeres und der Küste. Farben, die ich in den kommenden sieben Wochen frei Haus geliefert bekomme. Farben, an denen ich mich nie werde sattsehen können.

Sieben Wochen auf einen Streich. Etwa 40 Tage. Einhand.

Manchmal liegt das kleine Glück ganz nahe - nur knapp unter der Wasseroberfläche...

Manchmal liegt das kleine Glück ganz nahe – nur knapp unter der Wasseroberfläche…

248 Seemeilen werden es am Ende. Etwa 450 Kilometer. Ein Pappenstiel – echte Segelhelden absolvieren das in vier Tagen. Oder weniger. 450 durch 40. Ich segele also etwa 11 Kilometer am Tag. Langsamer als jeder Fußgänger. Willkommen in meiner kleinen, großen, gemächlichen, Lichtjahre entfernte Welt.

Meine Reise führt mich kreuz und quer durch die überschaubare Dänische Südsee – einer Ansammlung bezaubernder Inseln südlich der Hauptinsel Fünen, die als grüne Farbtupfen im Meer liegen.

Einen Sommer lang aus der Zeit gefallen.

Sieben Monate später.

Ich schreibe dies als Beitrag zum Thema „slow-travel“ des Blogs 1 THING TO DO – zur website 1thingtodo.de (http://1thingtodo.de/slow-travel-blogparade).

Ein Blick zurück…

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