Morgen ist Berufsschule

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Freitag, 03.06.2016

Kürzlich fliegt eine kurze Notiz von Bord des Stagsegelschoners QUALLE (www.schoner-qualle.com) in meine Inbox. Das erinnert mich daran, dass mich der bürokratische Aufwand des Kojencharter-Segelns sehr beeindruckt hat. Denn vor blaue See und Barcardi-Feeling bei Backstagbrise hat der Amtsschimmel allerlei Auflagen gestellt. Und eine sehr motivierte Exekutive.

Hier eine kleine Begebenheit der Backstagbrisen-Bürokratie.

„Ich habe alles mit den Behörden perfekt erledigt. Jetzt haben wir auch noch Marine Labor Convention Abnahme = erstklassiger Arbeitsplatz auf See. Nur ein Bügeleisen fehlt für die Angestellten. Kindersegeln in Kiel mit Polizeikontrolle. Wir Deutschen Flaggen bekommen immer das volle Programm.“

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Børn Om Bord

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Juni 2016

Ist das Boot etwa schon seit März im Wasser? Die Zeit fliegt! Mit Ihr auch alles andere – seit März gab es einen Betriebsübergang meines Arbeitgebers, eine Traditionsseglertörn, meine Ernennung zur ehrenamtlichen Mitschreiberin bei www.segelnblogs.de und natürlich Wochenenden auf HOBOzwo. Die Tage müssten sich proportional zur Bootsgröße verhalten. Pro Fuß eine Stunde = 28 Stunden am Tag :-).

Also, die See ruht auf keinen Fall still, und HOBOzwo schwimmt nicht nur sondern macht auch Spaß. Wir haben uns sortiert, werden so sachte warm miteinander und nun gilt es – das erste Einhand Wochenende steht bevor.

Besser: es steht mir bevor. Denn ich habe Hilfe von meinen Kindern. Oder Handicap. Je nachdem, wie man es nimmt. Börn Om Bord – Kinder an Bord, wie eine Kampagne der Dansk Sejlunion wirbt. Damit werden Familiencrews angesprochen. Ich habe die Flagge leider nicht, bin aber ja auch irgendwie Familiencrew…

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Abwrackprämie

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„Aha. Seid Ihr sicher?!?“ Der Kommentar meines Schwiegervaters zum Kauf eines größeren, will heißen: Familienbootes gerät nordisch-ökonomisch und wohlwollend-ironisch. Ja, klar, wir sind sicher. Ungefähr so sicher wie unsere Rente, die da wohlmöglich und ungefähr im Jahr 2040 eintritt.

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Zeitlupenraffer

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Gestatten: Svenja Carmen Lise Lotta Viktualia Rollgardina Pfefferminz Hartmutstochter Schwertfisch, erste Südseekapitänin der Welt. Es ist Anfang Juni 2015 und ich weiß noch nichts von meiner neuen Identität.

Heute morgen habe ich meine sieben Sachen in der Backkiste verstaut und die Leinen meiner kleinen segelnden nicht-ganz-sieben-Meter Behausung losgeworfen. Vor mir: nachtblau, smaragdgrün, bleigrau, schneeweiß, rotviolett – die unendliche Farbskala des Meeres und der Küste. Farben, die ich in den kommenden sieben Wochen frei Haus geliefert bekomme. Farben, an denen ich mich nie werde sattsehen können.

Sieben Wochen auf einen Streich. Etwa 40 Tage. Einhand.

Manchmal liegt das kleine Glück ganz nahe - nur knapp unter der Wasseroberfläche...

Manchmal liegt das kleine Glück ganz nahe – nur knapp unter der Wasseroberfläche…

248 Seemeilen werden es am Ende. Etwa 450 Kilometer. Ein Pappenstiel – echte Segelhelden absolvieren das in vier Tagen. Oder weniger. 450 durch 40. Ich segele also etwa 11 Kilometer am Tag. Langsamer als jeder Fußgänger. Willkommen in meiner kleinen, großen, gemächlichen, Lichtjahre entfernte Welt.

Meine Reise führt mich kreuz und quer durch die überschaubare Dänische Südsee – einer Ansammlung bezaubernder Inseln südlich der Hauptinsel Fünen, die als grüne Farbtupfen im Meer liegen.

Einen Sommer lang aus der Zeit gefallen.

Sieben Monate später.

Ich schreibe dies als Beitrag zum Thema „slow-travel“ des Blogs 1 THING TO DO – zur website 1thingtodo.de (http://1thingtodo.de/slow-travel-blogparade).

Ein Blick zurück…

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Wer bist Du?

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KrieieieieRieieieieKRACKS!

Keine fünf Meter entfernt zerlegt jemand alte Möbel mit einer Tischkreissäge. Oder besser: einer Tischkreischsäge.

Das ist schade, denn ich stehe sinnend vor dem Bug unserer Friendship 28 und hatte mir einen stillen Moment für die Namensfindung vorgestellt.

Denn das Boot braucht einen Namen.
Es hat natürlich einen. Genau genommen sogar zwei.

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Darf es ein bisschen Meer sein?

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Samstag, 02.01.16

Die Sylvesternacht steckt noch in den mittelalten Knochen. Unsere Kinder haben gemeinsam mit dem Nachwuchs von Freunden, Freundesfreunden und Freundesfreundesfreunden zu den Klängen der 257er „Wir sind Piraten“ (DIE Hymmne für das Segeljahr 2016?) beschwingt das neue Jahr begrüßt. Zusammen zählten die Nachwuchspiraten zarte 54 Jahre. Das ist zwar mehr als die anwesenden Ernährer einzeln auf die Uhr brachten, aber sie waren irgendwie ausdauernder als wir einzeln. Früher, ohne Kids, war mehr Lametta. Das Außmaß der einsetzenden Demenz offenbart sich, als wir großen über die „Meiern“ Regeln nachdenken. Die waren doch an sich nachdenkfrei, oder? Ach, egal. Wir betrinken uns einfach so. He, es ist 23:00 Uhr. Hat da etwa einer gegähnt?

Ja, also wir akzeptierten das temporäre Leistungstief (sind ja nur ein paar Jahre) und haben trotzdem unseren Spaß. Das Lametta kommt bald wieder, denn die Senioren sind ja heute Best-, Silver- und Goldenagers. Das lässt hoffen.

Marina Wendtorf - so marode wie Eltern nach einer Sylvesternacht mit Kindern :-)

Marina Wendtorf – so marode wie Eltern nach einer Sylvesternacht mit Kindern :-)

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Der heilige Hartmut – hier liegen Sie richtig

Saisondämmerung...

Sonntag, 27.12.16

„Zwischen den Jahren.“ Das ist ja die Zeit der Rückschau. Dann schaun‘ ma mal.

Das Jahr hat das volle Spektrum von tiefenentspannt bis total erschöpft abgedeckt. Wer hoch fliegt, kann auch tief fallen, emotional gesehen. Das letzte Quartal hat viel Arbeit gebracht. Zu viel. Und zusammen mit der Einschulung von Sohnemann dann doch das klassische Teilzeit-Mutti-Raster. Immer auf dem Sprung von einem Termin zum nächsten. All das wollte ich nach dem Sommer anders und entspannter meistern. Leichter gesagt als getan. Aber alles in allem bin ich immer noch baff erstaunt, dass es die Reise gegeben hat. Ein Privileg, dass ich sie machen konnte und alles andere als stinknormal. Irgendwie klar, dass sich das Erlebte nicht geräuschlos in einen sonst eher alltäglichen Ablauf einfügt, gerade wenn die Sehnsucht bleibt. Gerne würde ich die schöne Stimmung und besondere Begegnungen des Sommers mit besonderen Menschen festhalten, aber es gelingt gerade nicht so recht. Das macht mich traurig. Die Geräuschkulisse ist momentan etwas quietschig, schrill und ungeölt. Aber im Herzen klingen die schönen Töne angenehm und tief nach. Und das Glück wartet ja bekanntlich immer hinter der nächsten Ecke. Ich muß halt nur weitergehen. Ich wette, ich laufe bald wieder mitten hinein.

Zur weiteren Rückschau – Ich habe in meinen Folder gestöbert und ein Fragment für einen Blogeintrag gefunden, das dort seit kurz nach Beginn meiner Sommerreise schlummerte.

Der ursprüngliche Titel: „Der heilige Hartmut.“

Stimmt, da war ja jemand, der immer auf mich aufgepasst hat. Da ich ihn zwischenzeitlich hier und da erwähnt habe, möchte ich ihn Euch hier etwas näher vorstellen.
Unsere damalige phillipinische Nachbarin Conny hauchte Mitte der 1980er in schönstem Pidgeon-Englisch den fortan geflügelten Satz: „Oh, Mistel Neumann looks like Bud Spencer!“
Na, dann mal vier Fäuste für ein Ahoi. Er hatte es jedenfalls vier Fäuste dick hinter den Ohren.
Und er fuhr zur See. Beides sieht man auf dem Foto.

Der heilige Hartmut

Der heilige Hartmut

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Einmal München – Antalya, bitte.

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Montag, 21.12.15

Es ist Montag. Kurz nach 07:00 Uhr in der Frühe. Ich sitze im Auto auf dem Weg zur Arbeit. Alles ist dunkel um mich herum. Fußgänger schälen sich im letzten Moment aus dem Schwarz dieses Morgens.

Ich träume. 25 Kilometer zur Arbeit. 30 Minuten. Von Licht, Sonne und Farben.

„Darf man das, einfach einem Traum folgen, nur weil er immer wiederkehrt?“ Weiterlesen

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Kunst ist…

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Freitag, 21.08.15

Marc hat gestern noch den Skulpturenpark besichtigt und von der schönen Parkanlage geschwärmt. Bezüglich der ausgestellten Objekte meinte er allerdings, daß ich mir „das einfach selber angucken muß“. Aha. So sei es. Bevor wir also den Kurs gen Sonderburg setzen, geht es nochmal auf Landgang, einmal um den Hafen herum in den nahegelegenen Park.

Der gefällt mir landschaftlich ausgesprochen gut. Gepflegt, schöne Blickachsen, H.C. Andersen war auch schon da und hätte es auf FB geliked. Im hinteren Bereich des Parks dann die Kunst. Weiterlesen

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Am Ende der Straße

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Donnerstag, 20.08.15

Im Entwurfordner schlummert noch die Fortsetzung unseres Törns im August – es ging noch weiter von der Dyvig nach Augustenborg. Aber lest selber…

Aus Südost kommt auch heute der Wind und für Südosten haben wir uns entschieden. Während des abendlichen Grillens mit der Akka-Crew erörterten wir die Optionen für heute. Unser Sommertön neigt sich unwideruflich dem Ende zu, aber uns ist noch nicht nach Sonderborg oder gar Bockholwik. Als Henkers-Stop könnte Augustenborg dienen. Dort wollten wir immer schon einmal hin, haben aber aufgrund der etwas abgelegenen Örtlichkeit in der Sackgasse des Augustenborgborg Fjords und der ungewissen Kindertauglichkeit den Blinker nach bzw. vor Passage des Alssund stets gen Nordwest oder Süd gesetzt. Weiterlesen

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